Berg-Karabacher auf internationaler Bühne

Masis Mailyan, Ex-Minister und Politikexperte in der Redaktion des Presseclubs von Berg-Karabach. Foto: ©Paul Toetzke

Eine Begegnung in Stepanakert, April 2015
Von Elena Ammel

Hatte der Taxifahrer uns wirklich richtig verstanden? Verfahren hatte er sich trotz des dichten Nebels, der sich an diesem Aprilmorgen auf Stepanakert legte, jedenfalls sicher nicht. Die Straßen der Hauptstadt der selbsternannten Republik Berg-Karabach kannte er schließlich wie seine Westentasche. Dennoch, als das Taxi vor einem mit Wein bewachsenen Messingtor zum Stehen kommt und wir mit einem „Wot, Pressclub“ zum Aussteigen aufgefordert werden, zweifeln wir. Weiterlesen

Back to the Roots? Junge Menschen aus der armenischen Diaspora auf den Spuren ihrer Vorfahren

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Die Freiwilligen und wir in Alanas Wohnung in Schuscha. Foto: ©Paul Toetzke

Von Elena Ammel

Von der Armenischen Diaspora, von ihrem ungewöhnlich großen Umfang und ihrer zentralen Rolle für die Entwicklung Armeniens und Berg-Karabachs hatten wir schon in Deutschland viel gehört. Auch vom Problem des Braindrains war oftmals die Rede – v.a. die armenische Enklave Berg-Karabach habe mit der Abwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte ins Ausland zu kämpfen, blute förmlich aus. Weiterlesen

Ağdam – Narben eines fernen Konfliktes

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Blick auf die zerstörte Stadt Agdam vom Minarett der Moschee. Foto: ©Paul Toetzke

(Erste Veröffentlichung unter dem Titel Die versehrte Zone in der taz vom 24.07.2015: http://www.taz.de/!5215019/)

Von Paul Toetzke

Der Nebel hängt tief, als wir unser Quartier in Stepanakert verlassen. Man kann keine fünf Meter weit schauen. Die Hauptstadt der nicht anerkannten Republik Berg-Karabach wirkt trostlos und verlassen, die Straßen sind leer – November-Stimmung im April. Seit fünf Tagen befinden wir uns nun in der armenisch besiedelten Bergenklave auf dem Staatsgebiet Aserbaidschans, Wir wollen verstehen, was der Konflikt mit den Menschen vor Ort macht. Ein Konflikt, der seit seinem Beginn 1988 kein wirkliches Ende gefunden hat und trotzdem in Deutschland kaum beachtet wird. Weiterlesen

Aus Zinn und Plastik

Aus Plastik und Zinn

Museum des verschollenen Soldaten in Stepanakert. Foto: ©Lina Verschwele

Von Elena Ammel und Lina Verschwele

Am 11. Mai 1994 wurde im Krieg um Berg-Karabach ein Waffenstillstand abgeschlossen. Bis heute bleiben viele Soldaten von damals verschwunden. Ausgerechnet ihre Mütter setzen auf beiden Seiten ein Zeichen der Versöhnung. Ein Besuch vor Ort. Weiterlesen

Renaissance im Niemandsland? Zum Wahlkampf in Berg-Karabach

“Wie sollen wir euch Politikern noch glauben?” Publikum einer Wahlkampfveranstaltung der “National Renaissance Partei”, Stepanakert (April 2015). Foto: ©Paul Toetzke

Von Elena Ammel

Tigran Grigoryan blickt unruhig um sich. Er hat ein größeres Publikum erwartet. Eigentlich wollten sie schon vor einer halben Stunde beginnen. Für den Jungpolitiker ist es die zweite von insgesamt vier Wahlveranstaltungen an diesem Tag. „Wir müssten es schaffen, solche Veranstaltungen in jeder Straße des Landes zu machen“, sagt Tigran an uns gewandt und lächelt professionell, während sich das Publikum langsam in der Abendsonne formiert. Das schlechte Wetter der letzten Tage hat die Wahlkampfplanung seiner Partei etwas durcheinander gebracht. Viel Zeit für Kampagnen bleibt nun nicht mehr. Weiterlesen

Leben mit dem Trauma

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Jenya Arepetian bei der Gedenkfeier in Nor Maragha. Foto: ©Paul Toetzke

Von Lina Verschwele

Rund 80 Jahre nach dem Völkermord an den Armeniern endete der Krieg um Berg-Karabach zwischen Armeniern und Aserbaidschanern: Viele Armenier sehen die Massaker des Krieges als Fortsetzung des Völkermords. Die Feinbilder von damals halten bis heute – ein Ortsbesuch. Weiterlesen